Support

Lorem ipsum dolor sit amet:

24h / 365days

We offer support for our customers

Mon - Fri 8:00am - 5:00pm (GMT +1)

Get in touch

Cybersteel Inc.
376-293 City Road, Suite 600
San Francisco, CA 94102

Have any questions?
+44 1234 567 890

Drop us a line
info@yourdomain.com

About us

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit.

Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec.

DE
Have any Questions? +01 123 444 555

Was ist politische Bildung?

„Demokratie ist die einzige politisch verfasste Gesellschaftsordnung, die gelernt werden muss – immer wieder, tagtäglich […]“ (Negt, 2016, 174).

Daher muss politische Bildung als fester Bestandteil des Auftrags der Offenen Kinder- und Jugendarbeit betrachtet werden. Als einführende Grundlage soll dieser kompakte Artikel der Frage auf den Grund gehen, was hinter dem Begriff politische Bildung steht: Was bedeutet politische Bildung? In welchem Verhältnis steht sie zur Demokratie? Was bedeutet politische Bildung als Auftrag der Kinder und Jugendarbeit? Und wie kann ich diesem Auftrag gerecht werden?

 

Wir reden immer von Politik, Demokratie und Bildung - aber was heißt das eigentlich?

 

Im 16. Kinder und Jugendbericht wird Politik begriffen „[…] als jene[r] […] Bereich von Aktivitäten und Strukturen, [der] […] auf die Herstellung, Durchsetzung und Infragestellung allgemein verbindlicher und öffentlich relevanter Regelungen in und zwischen Gruppierungen abzielt“ (BMFSFJ, 2020, 47, kurs. i. Original). Das bedeutet, Politik findet nicht nur in zentralen politischen Institutionen statt. Neben klassische Protestformen wie beispielsweise onlinebasierten Aktionen, gehört die Infragestellung und der Widerstand gegenüber bestehende Regelungen im Jugendhaus ebenfalls dazu.

Demokratie kann als weitgefasster Begriff verstanden werden, in dem drei Dimensionen erkennbar sind (ebd.):

  • Formale Dimension: Bedingungen und Verfahren, wie allgemeine Regelungen entwickelt und durchgesetzt (oder Infrage gestellt und ersetzet) werden
  • Substanzielle Dimension: Unhintergehbare Prinzipen demokratischer Gesellschaften (Gewaltenteilung, Gleichheitsprinzip, Menschenrechte etc.)
  • Prozesshafte Dimension: Demokratie kann nicht nur als einmalige historische Errungenschaft verstanden werden. Sie muss immer wieder neu ausgehandelt werden, da eine Demokratie von der aktiven Teilnahme ihrer Mitglieder*innen lebt und das gesellschaftliche Leben immer von Wandel durchzogen ist. Somit ist sie auf die stetige Neuaushandlung des gleichberechtigten Zusammenlebens angewiesen, wenn sie ihre demokratischen Prinzipien beibehalten möchte.

Unter dem Begriff Bildung kann die Selbstkonstitution des Subjekts verstanden werden, die über die praktische Auseinandersetzung mit der Umwelt erfolgt (ebd., 48). Das bedeutet, das Subjekt, also der Mensch, bildet sich selbst und wird gleichzeitig von anderen in der Auseinandersetzung mit der Umwelt  gebildet bzw. hervorgebracht. 

Verbindet man jetzt die Definitionen des Begriffs Bildung mit der des Begriffs Politik bedeutet politische Bildung: Durch die Auseinandersetzung mit der Umwelt sollen Subjekte lernen, das demokratische System mit allen inbegriffenen Regeln und Normen zum einen herzustellen und durchzusetzen sowie Infrage zu stellen und ggf. zu verändern. Damit das möglich ist, sollen Angebote generiert werden, in denen Kinder und Jugendliche sich beispielsweise selbst reflektieren, soziale Regeln aushandeln und ihre Rolle in der Gesellschaft erforschen können. „Bildungsziel ist das Einüben und Aushalten kontroverser Auseinandersetzungen im Rahmen pluralistischer, demokratischer und menschenrechtsorientierter Haltungen und Werte“ (BMFSFJ, 2020, 47).

Das Verhältnis von Demokratie und politischer Bildung lässt sich als wechselseitig aufeinander bezogen beschreiben: „Offenbar ist Demokratie auf Politische Bildung angewiesen und Politische Bildung auf Demokratie“ (Friedrichs, 2020, 11). Politische Bildung braucht Demokratie, da in beispielsweise autoritären Systemen nicht Meinungsvielfalt, sondern staatsbürgerliche Beleherungen und Manipulation im Sinne der Herrschenden gelten (ebd.). Somit kann nur in einer demokratischen Gesellschaft von politischer Bildung gesprochen werden. Eine Demokratie ist ebenfalls auf politische Bildung angewiesen, da sie als Staatsform, die gelernt und ausgehandelt werden muss, für die Umsetzung ihrer Vorstellungen, Ziele und Wertorientierung eben solche Bildungsprozesse einleiten und ausbauen muss. Somit kann eine Demokratie ohne politische Bildung nicht aufrechterhalten werden[1].

[1] Politische Bildung = Demokratiebildung: Da beide Begriffe per Definition ähnliche Inhalte aufweisen, ist eine klare Trennung der Begriffe nicht zielführend. Wir verwenden den Begriff der „politischen Bildung“, da er unserer Meinung nach ein noch weitgefassteres Bildungsverständnis umfasst und wie beschrieben nur in einer Demokratie zu Tage kommen kann, somit ist Demokratiebildug immer auch Teil politischer Bildung.

 

Politische Bildung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit – Ein Auftrag, der nicht neutral ist

 

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit ist in ihrem Wesen von institutioneller Offenheit und Freiwilligkeit geprägt und somit weniger ein Raum für formale Bildung wie die Schule. Doch gerade diese Offenheit ermöglicht die Chance und Reichweite zur Mitsprache und Mitbestimmung. Betrachtet man politische Bildung aus zwei Perspektiven, werden die Potentiale der OKJA deutlich: Politische Bildung hat zum Ziel, Menschen zur politischen Partizipation zu befähigen (Zeuer, 2017, 42). Dies setzt zum einen Wissen, wie beispielsweise über das politische System und seine Prozesse, voraus. Zum anderen benötigt politisches Handeln Urteils-, Kritik- und Partizipationsfähigkeit (ebd.). Die Potentiale der Offen Kinder- und Jugendarbeit liegen aufgrund ihres non-formalen Settings in der Ausbildung und Förderung von einer solchen Mündigkeit ihrer Adressat*innen durch gelebte Partizipation und Demokratie.

Wichtig ist, dass es bei politischer Bildung nicht um das Vermitteln von festen Standpunkten oder die Legitimierung politischer Entscheidungen geht. Es bedeutet aber auch nicht, positionsfrei alle politischen Strömungen und Themen als gleichwertig darzustellen. Politische Bildung orientiert sich als Teil des demokratischen Systems an grundlegenden Menschenrechten und darf somit klare Wertehaltungen einnehmen. Beispielsweise darf daher eine klare Haltung gegenüber rassifizierenden und menschenrechtsfeindlichen Haltungen eingenommen werden. Denn sich politisch nicht zu positionieren ist ebenfalls eine Positionierung! Wenn keine klare Haltung gegenüber menschenverachtenden Aussagen eingenommen wird, wird Kindern und Jugendlichen signalisiert, dass es in Ordnung ist sich abwertend zu äußern und zu verhalten und dass solche Haltungen unwidersprochen bleiben. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit stellt somit aufgrund ihrer Pluralität und ihrem Auftrag der politischen Bildung keinen werteneutralen und damit politisch neutralen Ort dar!

Eine Orientierung, wie eine politische Bildung gestaltet werden kann, in der sich zwar positioniert, aber dennoch der Willensbildungsprozess der Kinder und Jugendlichen nicht zu sehr beeinflusst wird, bietet der Beutelsbacher Konsense. Inhaltlich geht es kurzgefasst darum, Kontroverses auch kontrovers zu diskutieren, Jugendliche nicht zu überwältigen und sie zu befähigen, sich selbst Urteile bilden zu können - und nicht darum, sich aufgrund von vermeintlicher Neutralität gar nicht mehr zu äußern.

 

Wie kann politische Bildung in der Praxis aussehen?

 

Als non-formaler Bildungsbereich ist die Offene Kinder- und Jugendarbeit von dem Interesse und der Freiwilligkeit ihrer Adressat*innen abhängig, sich mit politischen Themen beschäftigen zu wollen. Gleichzeitig bietet das Setting die Möglichkeit, sich Demokratie und Partizipation nicht nur formal als Wissen anzueignen, sondern selbst erleben zu können. Sie hat das Potenzial, Beteiligung und Meinungsbildung/ -äußerung im Alltäglichen erfahrbar zu machen.

Praktische Ideen für politische Bildung haben wir auf unseren Aktionskärtchen zusammengestellt.

Außerdem gibt es noch einen ausführlichen Artikel zum Thema Partizipation in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, in dem aufgeschlüsselt wird, welche Dimensionen hinter dem Begriff stecken und warum die Ermöglichung von Partizipationsräumen so wichtig ist. Dazu haben wir ebenfalls Aktionskärtchen erstellt, beispielsweise wie politische Themen und Partizipationsäußerungen im Alltag erkannt und aufgegriffen werden können.

 

 

Literatur

BMFSFMJ. 2020. 16. Kinder- und Jugendbericht. Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter [PDF]. https://www.bmfsfj.de/r-source/blob/162232/27ac76c3f5ca10b0e914700ee54060b2/16-kinder-und-jugendbericht-bundestagsdrucksache-data.pdf

Friedrichs, Werner. 2020. „Demokratie ist Politische Bildung“. In Demokratie, Demokratisierung und das Demokratische. Aufgaben und Zugänge politischer Bildung, hrsg. Moritz Peter Haarmann, Steve Kenner und Dirk Lange, 9-30. Wiesbaden: Springer. [E-Book].

Negt, Oskar. 2016. Der politische Mensch: Demokratie als Lebensform. Göttingen: Steidl [E-Book].

Zeuner, Christine. 2017. „Was ist/was gehört zur politischen Grundbildung“. In Politische Grundbildung, hrsg. Von Barbara Menke und Wiebke Riekmann, 34-55. Schwalbach: Wochenschau-Verlag.

Zurück

Copyright 2021 AGJF Baden-Württemberg e.V.
Es werden notwendige Cookies, Google Fonts, Google Maps, OpenStreetMap, Youtube und Google Analytics geladen. Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und unserem Impressum.